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Mrz 2016
11
„El Clan“ von Pablo Trapero

Mal wieder einen Blick riskieren über den Tellerrand herkömmlicher Hollywood-Ware hinaus? Bitteschön: Es geht nach Argentinien, in das Jahr 1983. Die Militärdiktatur ist nach dem Falklandkrieg Geschichte, die Demokratie ein neues, seltsames Wesen. Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Regisseur Pablo Trapero („Löwenkäfig“) eine unfassbare Geschichte – die auf einem tatsächlichen Skandal beruht. Diese Geschichte ist natürlich ein Thriller, Polit- und Familiendrama, aber eingebettet in einen Horrorfilm. „El Clan“ erzählt über die angesehene Großbürgerfamilie Puccio, deren Patriarch im Nebenjob kidnappt und tötet und seinen Clan damit zu Komplizen macht.

Die Opfer sind vorwiegend Sprösslinge reicher Familien aus den wohlhabenden Vororten der Hauptstadt Buenos Aires. Arquímedes Puccio (furchteinflößend: Guillermo Francella), der früher für die Militärjunta folterte, erpresst Lösegeld und bringt die Entführten hinterher trotzdem um. Als sein Sohn Alejandro, ein aufstrebender Rugby-Spieler, eines Tages aussteigt, läuft alles aus dem Ruder. Mit klarem Verweis auf die Gangsterdramen eines Martin Scorsese entwirft Trapero, mit fast fiebrig nervöser Kamera, das Bild einer unmoralischen Gesellschaft, der die Ungeister der Vergangenheit noch in den Köpfen herumspuken. In Venedig erhielt er dafür den Silbernen Löwen für die beste Regie. zu Recht. Sehenswert. Nicht verpassen!

 

 

 

 



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