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Jan 2007
08
Eduardo Mignogna: Der Wind (Argentinien / Spanien 2005) (gesehen am 08.01.2007, Christian)

Montagabend. Viel zu warm für Januar. Der Wind weht heftig. Keine Ahnung, um was es gleich geht. Spanisches Original mit deutschem Untertitel. Was aus Spanien kommt kann nicht schlecht sein denke ich mir und freue mich auf den Film. Vorhang auf. Wind weht, ein alter Mann steht an einem Grab. Es ist Frank Osorio (großartig: Federico Luppi), der seine Tochter beerdigt. Nicht in Spanien, sondern in Patagonien/Argentinien. Nach dem Tod seiner Tochter fährt Frank, mittlerweile 70 Jahre alt, von seinem kleinen Dorf in Patagonien in die Hauptstadt Buenos Aires. Hier will er seine Enkelin Alina treffen, die dem ländlichen Leben vor langer Zeit den Rücken gekehrt hat. Alina (Antonella Costa) ist inzwischen Ärztin in einem Krankenhaus. Frank möchte seiner Enkelin das Geheimnis um ihren Vater lüften. Dieses hatte Alinas Mutter all die Jahre bei sich getragen und somit das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter zerstört. Doch zunächst brechen zwischen Opa und Enkelin alte Konflikte wieder auf.

Frank findet sich nur mit großer Mühe in der hektischen Großstadt zurecht und will nur bleiben, weil er seiner Enkelin das Geheimnis verraten will. Es sind die Lakonie des Bauern Frank und die hier aufgezeigten Unterschiede zwischen Stadt und Land, die die Stimmung des Films tragen: Ruhig, leise, behutsam, intensiv im ersten – und oberflächlich und hektisch im nächsten Moment. Auch in den Dialogen. Gegen Ende wird es sehr traurig. Doch durch die großartigen schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller ist dem argentinischen Regisseur Eduardo Mignogna hier trotz einfach skizzierter Stereotypen ein überaus glaubhafter und deshalb sehr sehenswerter Film gelungen. Vorhang zu. Der Wind weht. Auch draussen!



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