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Dez 2014
26
„Die Wolken von Sils Maria“ von Olivier Assayas

In jedem Herbst schleicht die Nebelschlange den Maloja-Pass hoch ins Engadin. Im neuen Film des stets verlässlichen französischen Regisseurs Olivier Assayas („Carlos„) ist das spektakuläre Wolkenband ein Symbol – für die identitäre Nebelzone zwischen Realität und Spiel, einen Bereich, in dem sich die Hauptfigur des Films, die alternde Schauspiel-Diva Maria Enders (großartig: Juliette Binoche), bestens auskennt.

„Die Wolken von Sils Maria“ ist trotz staunenswerter Naturaufnahmen aus dem Schweizer Bergtal vor allem ein Schauspielerinnendrama: Enders soll Jahrzehnte nach ihrem Triumph im Stück „Maloja-Schlange“ in einer Londoner Neuinszenierung mitspielen, in einer anderen Rolle. Die Rolle der jungen Frau, die sie damals spielte, übernimmt ein kesses Hollywood-Sternchen (herrlich: Chloe Grace Moretz).

Kern des Films ist die Zeit vor den Proben, die Maria mit ihrer jungen Assistentin Val (toll: Kristen Stewart) in Sils Maria verbringt. Spiel und Wirklichkeit vermischen sich in den Dialogen, aber auch in Assayas’ kunstvoll zwischen Kammerspiel und Branchensatire angesiedelter Charakterstudie – mit überraschendem Finale. Sehenswert.

 




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