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Jan 2015
10
„Die süße Gier“ von Paolo Virzi

Kapitalismuskritik als Krimi: Regisseur Paolo Virzi („Das ganze Leben liegt vor dir“) erzählt in diesem zynischen Gesellschaftsporträt, dem meistprämierten italienischen Film 2014, von Gier, Dünkel, Korruption und Depression im Norden Italiens. Dorthin, in die Nähe der Finanzmetropole Mailand, verlegte er seine Verfilmung des Bestsellers „Human Capital“ von Stephen Amidon, der sich um einen mysteriösen Fall von Fahrerflucht dreht: Wer der Flüchtige ist, der einen Fahrradfahrer im Koma hinterlässt, bleibt eingangs ungeklärt. Stattdessen erzählt Virzi die Geschichte zweier Familien aus drei Perspektiven.

Erstens aus der Sicht eines gernegroßen Maklers, dann aus dem Blickwinkel seiner halbwüchsigen Tochter, die sich in den Sohn eines reichen Finanzmagnaten verliebt hat, schließlich aus der Perspektive der vom Leben angeödeten Gattin des Magnaten (gut: Valeria Bruni Tedeschi, „5×2“). Es geht um Investment, Aufstiegsgier, Schuld und Schande. Unglücklicherweise erzählt Virzi den Plot trotz der cleveren Struktur wie einen handelsüblichen Upperclass-Krimi. Dass Geldgier keine Tugend ist, war irgendwie auch schon vorher klar.

 




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