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Mai 2016
16
Die Poesie des Unendlichen

Genies im Fegefeuer – ein gern genommenes Kinothema, zuletzt erfolgreich durchdekliniert mit Benedict Cumberbatch als sexuell diskriminiertem Codierungsspezi in „The Imitation Game“. In „Die Poesie des Unendlichen“ stellt Regisseur Matthew Brown den 1920 im Alter von nur 32 Jahren verstorbenen Inder Srinivasa Ramanujan vor, einen genialen Mathe-Autodidakten, der es während des Ersten Weltkriegs von Madras ins britische Cambridge schaffte – seiner bahnbrechenden Formeln wegen.

Der geschmackvoll fotografierte, unendlich brav und konventionell erzählte Film führt den berühmten Mathematiker G. H. Hardy (mit Gravitas: Jeremy Irons) als Mentor ein, der Srinivasa („Slumdog Millionär“ Dev Patel) nach England holt. Dort kann und will der 26-Jährige seine Formeln nicht auf üblichem Weg beweisen: Sie kämen direkt von Gott. Rassistische Diskriminierung folgt. Man würde sich für die Geschichte des heute noch verehrten Primzahlenjongleurs sehr gern erwärmen, doch der Film plätschert zahnlos vor sich hin und schafft es dabei nie, spannend in die Welt von Analysis oder Zahlentheorie zu entführen. Redliche, aber allzu gediegene Kost. Schade, was für ein eine verschenkte Geschichte.

 

 

Kritikerspiegel Die Poesie des Unendlichen



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikespiegel.



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