AKTUELL IM KINO

Die beste aller Welten

Adrian (Jeremy Miliker) ist sieben Jahre alt und fühlt sich am Stadtrand von Salzburg, irgendwann Ende der 1990er-Jahre, wie in der „beste aller Welten“. Dass es noch viel besser ginge, weiß er noch nicht, denn ihm fehlt der Vergleich. Er nimmt es als normal hin, dass seine alleinerziehende, liebende Mutter Helga (grandios nuanciert: Verena Altenberger aus der RTL-Sitcom „Magda macht das schon“) regelmäßig zwischen treusorgend-euphorisch und abgeschlafft-depressiv changiert.

Helga und ihr neuer Freund Günter sind heroinabhängig, sie und ihre Junkiefreunde sind das tägliche Umfeld, in dem Adrian lebt – stets belagert vom Jugendamt. Dann stirbt jemand, die Wohnung brennt: Etwas muss sich ändern.

Es ist seine eigene Geschichte, die der inzwischen 26-jährige Regiestudent Adrian Goiginger in seinem Debütfilm erzählt. Und die Mischung aus authentischer Mileubeschreibung (im Salzburger Dialekt) und poetischer Beziehungsstudie, die er dabei inszenatorisch hervorbringt, nötigt allergrößten Respekt ab: Mit gängigen Fernsehfilmklischees hat das nichts zu tun, runterziehenden Miserabilismus umschifft er ebenso zielsicher wie jedes verklärende Pathos. Das hat Seltenheitswert. Absolut sehenswert.

 

 

 



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