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Jul 2006
26
Debbie Isitt: Confetti – Heirate lieber ungewöhnlich (GB 2006) (gesehen am 25.07.2006, Pressevorführung, Christian)

„Die originellste Hochzeit des Jahres“ will die Hochzeits-Zeitschrift Confetti im gleichnamigen Film prämieren. Einige unerschrockene Paare melden sich auf den Aufruf und präsentieren ihre außergewöhnlichen Ideen einer Jury. Mit den ersten Einstellungen wird gleich deutlich, dass sich Regisseurin Debbie Isitt für eine halbdokumentarische Erzählform entschieden hat, um die drei Paare, um die es in den folgenden Minuten gehen soll, möglichst nah bei ihren Vorbereitungen begleiten zu können. Oder will sie damit nur die vielen Doku-Soaps karikieren, die zurzeit große Erfolge in der europäischen TV-Landschaft feiern? Die drei Paare, um die es gehen soll, sind das musisch wenig begabte Pärchen Matt & Samantha, die ihre Hochzeit als Musical inszenieren wollen, die Vollblut-Tennisspieler Josef & Isabelle, die eine Tennis-Hochzeit feiern wollen und die Nudisten Michael & Joanna, die eine Hochzeit im Adams-/Evakostüm erleben wollen!

Und weil dies eine Komödie ist, wird den drei Paaren ein schwules Hochzeitsplaner-Pärchen zur Seite gestellt, das mit ihren individuellen Ideen nicht immer den Nerv der Protagonisten trifft. Der Witz basiert, wie bei so vielen britischen Komödien, auf der Tatsache, dass Briten am liebsten über sich selbst lachen. Jede noch so kleine körperliche oder menschliche Unzulänglichkeit der Protagonisten wird in die Witz-Wiederholungsschleife geschickt und jedes Schwulen-Klischee so oft wiederholt, bis auch dem humorlosesten Kinogänger ein Lächeln entlockt werden kann. Dass die drei Paare am Ende des heiß ersehnten Wettkampfes nicht vollends der Lächerlichkeit preisgegeben werden, ist ein Verdienst der beteiligten Schauspieler, die von Regisseurin Isitt viel Raum zum Improvisieren zu Verfügung gestellt bekamen. Denn Humor hat der, der trotzdem lacht.



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