BLOG

Aug 2006
27
David R. Ellis: Snakes on a Plane (USA 2006) (gesehen am 23.08.2006, Pressevorführung, Christian)

Snakes on a Plane, in Branchenkreisen kurz SoaP genannt, ist ein Phänomen. Nicht weil der Film so gut ist, nein. Aufgrund seines verheißungsvollen Titels hatte sich im Internet seit Bekanntwerden der Filmidee ein Hype aufgetürmt, der vielleicht nur mit dem „Blair Witch Project“-Phänomen vergleichbar ist. Was war geschehen? Angefangen hat alles mit einem Blog des Drehbuchautors Josh Friedman. Ihm wurde ein Skript mit dem vieldeutigen Titel „Snakes on a Plane“ angeboten. Er solle daran arbeiten und einen spannenden Thriller kreieren. In zahlreichen Foren wurde daraufhin der Titel des vermeintlichen B-Movies immer wieder neu variiert und parodiert. Unzählige Blogs und Fan-Communitys hatten sich Gedanken um mögliche Zitate, Filmmusik und Handlungsabläufe gemacht. Und New Line Cinema, die Warner Bros. Tochter, hatte sich derweil genüsslich die Hände gerieben. Einen Tag vor dem US-Kinostart wurde das Einspielergebnis von Box-Office-Analysten auf unglaubliche 38 Millionen Dollar für das erste Wochenende geschätzt.

Doch der Hype ging nach hinten los. Mit einem Einspiel von gerade einmal 13,8 Millionen Dollar am Startwochenende legte der Film einen – im Vergleich zu den hohen Erwartungen – glatten Box-Office-Crash hin. Dabei ist der Thriller gar nicht mal so schlecht. Es geht um einen jungen Crossmotorradfahrer, der zufällig Zeuge eines Mordes wird. Sean Jones (Nathan Philipps) kann zunächst fliehen, doch nur wenig später wird ihm bewusst, in welch misslicher Lage er sich befindet, als ihn ein taffer FBI-Agent (Samuel L. Jackson) vor einem Killerkommando in Sicherheit bringen kann. Sean soll als Zeuge aussagen und wird von Hawaii nach Los Angeles geflogen. Mit ihm und FBI-Agent Neville Flynn befinden sich aber noch einige Urlaubsgäste und über 100 scharfgemachte Giftschlangen an Board. Der Trip kann beginnen.

Genau wie in seinem Vorgänger „Final Call“ kommt Regisseur David R. Ellis sehr schnell zur Sache. Keine 15 Minuten vergehen, bis sich die ersten wirklich fiesen Viecher aus den Kisten schlängeln. Klar, dass nach dem Hype aus dem Internet aus dem PG-13-familienkompatiblen Thriller ein mit einem R-Rating versehener Schocker werden musste, der Punkt für Punkt die an ihn adressierten Forderungen abhakt. Menschen mit Ophidiophobie (Angst vor Schlangen) sollten den Film meiden, alle anderen können sich auf ein geschickt überzeichnetes B-Movie freuen.



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*