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Okt 2006
16
David Frankel: Der Teufel trägt Prada (USA 2006) (gesehen am 6.10.2006, Deutschlandpremiere Köln, Regina)

Bei der Deutschland-Premiere von „Der Teufel trägt Prada“ war eindeutig die Location der Star: Das von der Firma P&C so genannte „Weltstadthaus“ von Renzo Piano in Köln. Wobei nach wie vor unklar ist, auf welcher der drei Silben die Betonung liegt.

Was da über den roten Teppich eines Sonsors Richtung Glaskuppel zu Häppchen, Designpreis-Vergabe und Filmvorführung stöckelte, war, neben Otto Kern, dessen Blusen eine Etage tiefer zu erwerben sind, bestenfalls die C- und D-Klasse aus dem Privatfernsehen. Aber immerhin angemessen gekleidet. Und alle tuteten das Gleiche in die RTL-Linse: Nein, sooo wichtig seien die teuren Markenklamotten gar nicht. Lieber ein teures Stück im Schrank und das mit Flohmarkt-Klamotten kombinieren. Und zu H&M gehe man natürlich auch schon mal. Und schlimmschlimmschlimm sei das, wenn schon die jungen Leute in der Schule diesem Modediktat und so weiter und so weiter …

„Der Teufel trägt Prada“ ist eindeutig ein Film für uns Mädels. Eine Komödie über den New Yorker Modezirkus, über Beauty Departments und unbezahlbare Handtaschen, über Stöckelschuhe und Hungerhaken. Keine ätzende Satire, dafür aber mit erträglicher Moral und einer unglaublich präzise agierenden Meryl Streep. Der macht die Teufelinnen-Rolle ganz offensichtlich Riesenspaß. Anne Hathaway dagegen ist zwar süß anzusehen, aber Kulleraugen allein tragen nun mal keinen Film.

„Der Teufel trägt Prada“ ist also ein eher leichtes Vergnügen. Eines, das durch seinen Look und die stark eingesetzte Pop-Musik ebenso der Mode unterliegen wird wie die Klamotten, um die es geht. Also schnell anschauen gehen, bevor Patricia-Fields „La Rue“-Taschen kein „Must Have“ mehr sind. Gottlob kommt New York selbst nie aus der Mode.



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