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Jul 2012
26
„Das verflixte dritte Jahr“ von Frédéric Beigbeder

Frédéric Beigbeder gefällt sich als Enfant Terrible der französischen Kultur: Seine Werbebranchensatire „39,90“ machte ihn einst weltbekannt. Seitdem verkehrt er als Pop-Literat und Szene-Checker mit Pariser Philosophen ebenso wie mit Filmstars. Sein Romandebüt „Die Liebe währt drei Jahre“ durfte er nun sogar selbst verfilmen – und als wollte er die effektsatte Optik der „39,90“-Verfilmung von Jan Kounen (2007) noch toppen, bedient er schon zu Beginn seines Films alle Tricks der Clip-Ästhetik. Das wirkt nicht nur schrecklich eitel, es nervt auch. Die Story an sich ähnelt deutschen Fernsehfilmen: Da bemerkt ein Szene-Kolumnist nach der Scheidung, dass seine Beziehungen nie länger als drei Jahre währten, weshalb er unter Pseudonym über die Liebe und die Ehe einen scharfzüngigen Macho- Bestseller schreibt. Als das auffliegt, kriegt er Krach mit seiner neuen Liebe. Gaspard Proust und Louise Bourgoin spielen beherzt auf, einige Bonmots sitzen perfekt, doch insgesamt wirkt diese harmlose Tragikomödie aus der stilbewussten Welt wohlhabender Mittdreißiger in Paris in etwa so fad wie ein gut ausgeleuchteter Werbespot.



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