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Sep 2012
13
„Das verborgene Gesicht“ von Andrés Baiz

Nichts für Klaustrophobiker: Um ihrem Lover­ Adrián (Quim Gutiérrez aus „Dunkelblaufastschwarz“) eine Lektion in Treue zu erteilen, fingiert die schöne Belén ihr Verschwinden. Heimlich verschanzt sie sich im versteckten Hightech-Bunker seines mondänen Hauses im kolumbianischen Bogotá. Was nur als kurze Auszeit geplant war, wird jedoch zur Falle: Sie kommt nicht mehr raus! Die Vorräte gehen zur Neige, und zu allem Übel muss sie durch einseitig verspiegelte Fenster aus ihrer unfreiwilligen Parallelwelt heraus zusehen, wie Adrián eine neue schöne Frau ins Haus holt. Und diese Fabiana glaubt bald, dass es spukt. Regisseur An­drés Baiz hat einen feinen, kleinen, erotischen Thriller gedreht, der (bis zum enttäuschenden Schluss) geschickt mit den Zeitebenen und mit Themen wie Voyeurismus und Ohnmacht spielt – und sich dabei prächtig als Metapher fürs Kino an sich lesen lässt: Belén schaut bei intimsten Dingen zu, wird selbst aber nicht gesehen. Der Zuschauer darf zum Glück am Ende aber wieder raus aus dem Kinosaal.

  

 



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