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Aug 2013
09
„Das ist das Ende“ von Seth Rogen und Evan Goldberg – Sponsored Video

Wir sind Schauspieler, wir sind Stars. Wir bringen den Leuten Freude.“ Ein übles „Geschmäckle“ – wie man im Süden unseres Landes sagt – hat es schon, wenn Hollywood-Stars sich selbst spielen und dabei auf der Leinwand die Vorzüge ihres Reichtums offen zur Schau stellen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Haufen junger Hollywood-Stars in „Das ist das Ende“ im Haus von James Franco eine mehr als ausschweifende Party feiert, auf der man (vor allem als Filmfan) gerne Gast wäre. „The Office“-Star Craig Robinson stimmt am Klavier zusammen mit Pop-Ikone Rihanna einen Song an, Seth Rogen und James Franco unterhalten sich über eine mögliche Fortsetzung zu „Der Annanas Express“ und die Judd Apatow-Gang rund um Jonah Hill, Michael Cera, Christopher Mintz-Plasse und Co. pustet sich die letzten Linien Koks ins Gesicht. Und nicht nur diese scheinen überall „zur kostenlosen Verfügung“ im riesigen Haus von James Franco herumzuliegen.

Wie gut, dass die Drehbuchautoren Seth Rogen und Evan Goldberg, die auch gleich die Regie ihrer Komödie, die im Original schlicht „This is the End“ heißt, übernommen haben, zu clever sind, um schlicht selbstreferenziell das eigene Image zu polieren. Mit Jay Baruchel („Zu scharf um wahr zu sein“, „Duell der Magier“), dem ewigen Loser der modernen Hollywood-Komödie, bekommt der Zuschauer so dann eine Identifikationsfigur, einen „Best Boy“ an die Hand. Jay war hier nach L.A. gekommen, um mit seinem Freund Seth Rogen ein tolles Wochenende zu erleben. Mit seinen gelangweilten und kritischen Augen wird man später Gast auf der besagten ausschweifenden Hollywood-Party und erlebt das Unvorstellbare, indem plötzlich die Erde bebt, ein Loch vor der Villa die meist prominenten Gäste (Rihanna, Jason Segel etc.) in die Tiefe reißt und die Apokalypse ausbricht.

Szene aus dem Film Das ist das EndeWährend die Hollywood-Hills in Flammen stehen und Dämonen und Monster ihr Unwesen treiben, kämpfen die Comedy-Stars plötzlich um Essen, Trinken, Schlafplätze und das einzige Pornoheft. Die Komödie wird zum Kammerspiel. Mehr als die Hälfte der Szenen sollen zum Ende frei improvisiert gewesen sein, gibt Drehbuchautor und Regisseur Seth Rogen bekannt. Aus einem Kurzfilm von 2007 („Jay and Seth versus The Apokalypse“) hatte er zusammen mit Co-Regisseur und Co-Autor Evan Goldberg diese Buddy-Komödie im Apatow-Stil entwickelt. So werden im zweiten Kapitel unzählige Filme wie „The Mist“, „Der Exorzist“, „Rosemaries Baby“ zitiert, Fortsetzungen von eigenen Kassenschlagern („Annanas Express“) inszeniert und immer wieder auf dem Niveau einer mittelmäßigen Apatow-Komödie inkl. bekannter Sperma- und Penisplattitüden verbal duelliert.

Wer bei diesem Star-Aufgebot auf hochklassige und unterhaltsame Comedy-Duelle im Stil von „Funny Bones“ hofft, der sitzt im falschen Film. Wer die meist vulgären Gags aus den Filmen der Apatow-Crew liebt, der wird auch an „Das ist das Ende“ seine Freude haben. Wobei die Trefferquote der Gags sowie das Gelingen der Gastauftritte von Emma Watson, Michael Cera, Danny McBride und Co. meistens von der Kenntnis ihrer Filme abhängen. Überraschend bleibt allemal, dass diese verhältnismäßig sehr „günstig“ inszenierte Endzeit-Farce grünes Licht von den Hollywood-Studiobossen bekam. Schließlich verkörpern die Comedy-Stars sich selbst, brechen ein ums andere Mal mit ihren Images und dürfen am Ende eine Tanznummer performen, die nicht jeder so erwartet hätte. Nein, scheinbar haben sich alle lieb in Hollywood, womit ich wieder am Anfang des Textes wäre, denn glaubhaft ist diese Selbstschau zu keiner Sekunde. Eine Endzeit-Komödie mit Geschmäckle. Mehr über den Film auf der Offiziellen Website zum Film. Sponsored by Sony Pictures.




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