BLOG

Jan 2007
27
Dani Levy: Mein Führer (Deutschland 2006) (gesehen am 22.01.2007, Christian)

Viel zu viele Worte sind im Vorfeld über den Film schon geschrieben und auch gesprochen worden. Darf man eine Komödie über den Führer drehen? Darf man Adolf Hitler der Lächerlichkeit preisgeben? – Natürlich darf man das! Augenzwinkernd war die ganze Diskussion, die hierzulande die Feuilletonabteilungen der Tages- und Wochenzeitungen beschäftigten, Spiegel online eine lesenwerte englischsprachige Kolumne wert, in der symbolisch kopfschüttelnd (wieder einmal) der deutsche Humor angezweifelt wurde. Dani Levy und/oder vielmehr dem Film hatte diese Debatte gut getan. Die Vorstellungen in den Lichtspielhäusern sind (immer noch) durchweg gut besucht, die magische Grenze von 1 Million Zuschauern wurde rasch überschritten.

Und der Film? Der ist mäßig. Wohlwollend gemeint. Helge Schneider, der erfahrene Selbstdarsteller schlüpft hier in eine Rolle, die er auf diesem, für ihn fremden Terrain, mit Bravour ausfüllt. Die Nebendarsteller, allen voran Sylvester Groth (als Strippenzieher Goebbels mit Kölschem Dialekt) spielen sich die Seele aus dem Leib und das Bühnenbild ist erstaunlich präzise. Leider hatte der Regisseur die Buxe voll. Als erster hat dies wohl Hauptdarsteller Schneider gerochen und sich vor Filmstart vom Film letztendlich distanziert. Und? Geschadet hat´s ihm und dem Film nicht. Levy hatte aber schiss. Sein Film ist zu glatt für eine bissige Satire und zu schwach für eine gute Komödie. Somit war und ist der ganze Trubel wieder einmal viel Lärm um nichts, typisch deutsch eben.



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*