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Dez 2009
07
Christian Klandt: Weltstadt (D 2009) (gesehen am 07.12.2009)

Montag. Wochenmagazin-Kinotexte-Tag. Unter anderem dabei: Weltstadt von Christian Klandt. Ein Debüt. Es geht um einen brutalen Überfall auf einen Obdachlosen. Nach einer wahren Begebenheit im Osten. Puh. Auf ging es mit dem Radl durch den Regen. Mit mir nur 4 Zuschauer im Kino. Weltstadt. Die fiktionale Rekonstruktion einer wahren Begebenheit. Zur Geschichte: In der Nacht zum 16. Juni 2004 überfielen zwei Jugendliche in einer malerischen Kleinstadt in Brandenburg einen schlafenden Obdachlosen. Als sie bemerkten, dass er keine Wertsachen bei sich trug, schlugen sie ihn und steckten ihn anschliessend in Brand. Der erste Langspielfilm von Christian Klandt. Der junge Regisseur war am Donnerstag, als Fatih Akin im anderen Kino der Stadt seinen Film „Soul Kitchen“ vorstellte, auch nach Münster gekommen, um hier von seinen Erlebnissen seines ersten abendfuellenden Films zu berichten.

Klandt erzaehlt die Geschichte der Taeter, aber auch der Bewohner dieser Stadt – vor der Tat. Seine ehrliche und ruhig inszenierte Bestandsaufnahme ist ein bitteres Abbild des gegenwaertigen deutschen Sozialklimas. Rauh und schonungslos. Perspektivlosigkeit und Hartz-IV-Frust fuehren zu Gewalt und Aggression. Und das sicherlich nicht nur in Brandenburg. Ein beeindruckendes Debuet. Da bleiben die Bilder auch auf dem kalten Nach-Hause-Weg noch haften. Auf der Filmhomepage lese ich anschliessend von den zahlreichen Festival-Teilnahmen. Und den vielen beeindruckten Zuschauern.



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