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Aug 2006
10
Bryan Singer: Superman Returns (USA 2006) (gesehen am 09.08.2006, Pressevorführung, Christian)

Fünf Jahre war Superman alias Clark Kent spurlos verschwunden. Nicht von der Leinwand, sondern im Film „Superman Returns“ von Bryan Singer. Bevor aber der Zuschauer in die Geschichte einsteigt, wird ihm eine kleine Kostprobe des aktuell technisch Machbaren in punkto Filmeffekte geboten. Regisseur Bryan Singer („X-Men“), der eine langjährige Suche von Warner Bros. nach einem geeigneten Regisseur für „Superman Returns“ beendet, stellt gleich zu Beginn seine Marschrichtung vor: Der Look des Films ist sehr eng an die ersten beiden der insgesamt vier Teile der Superman-Saga aus den 80ern angelehnt, so auch die Eingangssequenz.

Wie schon in den Jahren 1978 („Superman“) und 1980 („Superman II“) fliegen auch in „Superman Returns“ zunächst dem Zuschauer diverse Planeten, Fixsterne und Meteoriten um die Ohren – untermalt vom Original-Superman-Score von John Williams. Und um die Nähe zu den ersten beiden Superman-Abenteuern weiter zu festigen, hat die Hauptfigur des Jahrgangs 2006 eine auffallend große Ähnlichkeit zum damaligen Superman-Darsteller Christopher Reeve. Der Film soll aber kein Remake, sondern eine Fortführung der Geschichte aus den 80ern sein. Und die geht gleich zu Beginn so weiter, wie sie im Jahre 1978 und als Comic gestartet war: Eine Raumkapsel, als großer Meteorit getarnt, landet auf der Erde und mit ihm ein Bewohner des Planeten Krypton. „Superman“, der fremde Mann aus Stahl, ist hier jedoch kein kleiner Junge mehr, er ist inzwischen ein junger Mann, der nur fünf Jahre von der Erdoberfläche verschwunden war und nun auf den Planeten Erde zurückkehrt.

„Superman“ alias Reporter Clark Kent (Brendon Routh) muss feststellen, dass die Welt im Jahr 2006 auch ohne Superhelden auskommt. Lois Lane (Kate Bosworth), Clarks einstige große Liebe hatte einen Artikel zu diesem Thema verfasst und sich damit von ihrer großen Liebe Superman emotional zu entfernen versucht. Sie wohnt nun mit Sohn Jason und ihrem Verlobten Richard vor den Toren der Stadt. Als sowohl Clark, vielmehr aber Superman wieder auftaucht, gerät ihr Gefühlsleben ein wenig durcheinander. Supermans (Super-)Kräfte werden jedoch auch an anderer Stelle benötigt: Sein einstiger Widersacher Lex Luther (großartig: Kevin Spacey) taucht ebenso wieder auf und plant, mithilfe eines besonderen Kristalls, einen neuen Kontinent zu erschaffen und damit bestehende Kontinente zu vernichten. Regisseur Bryan Singer setzt in „Superman Returns“ sehr auf die diversen Beziehungen seines Hauptdarstellers und gibt der Figur damit eine sehr emotionale Seite. Der junge Brandon Routh, vor allem aber die blasse Kate Bosworth als Lois Lane können diese Verantwortung jedoch nicht schultern. Das macht den über 200 Millionen Dollar teuren Film in erster Linie zu einer One-Man-Show des herausragenden Nebendarstellers Kevin Spacey als Lex Luther, gespickt mit beeindruckenden Effekten und einem Superman, der leider so plastisch bleibt wie seine Comicvorlage.



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