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Mai 2011
07
Brad Furman: Der Mandant (USA 2011) gesehen am 03.05.2011 in Düsseldorf, Pressevorführung

Auch The Lincoln Lawyer, wie der Film im Original heißt, lässt keinen Zweifel daran, dass das Krimi-Genre zur Zeit in einer Sackgasse steckt. Jede noch so interessante Figur wurde bereits auf der Kinoleinwand oder auf dem TV-Bildschirm präsentiert, jeder noch so gute Roman verfilmt und damit jeder noch so verzwickter Twist erzählt. Destilliert auf das Grundgerüst geht es hier um die Geschichte „taffer, schmieriger Anwalt wird von seinem reichen Mandanten reingelegt“. Lionsgate und ein Produzenteam um Sidney Kimmel fanden den gleichnamigen Roman von Michael Connelly, der 2005 in den USA erschienen ist, dennoch so spannend, dass sie ihn mit Matthew McConaughey verfilmen wollten.

Wie so viele Anwaltsgeschichten steht und fällt auch diese mit der Hauptfigur. Matthew McConaughey gibt dem käuflichen, insgeheim aber doch idealistischen Anwalt Mick Haller eine sehr große Portion Coolness mit auf den Paragraphen-Pfad. Als der Anwalt, der seine Arbeit ausschließlich auf der Rückbank seines Lincoln („The Lincoln Lawyer“) erledigt, die Chance auf einen lukrativen Fall erhält, schlägt er sofort zu. Doch zwischen ihm und seinem neuen Mandanten Louis Roulet (Ryan Philippe), der mehr Überraschungen parat hält, als dem gewieften Verteidiger lieb sein kann, entwickelt sich ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel, in dem es später auch einen Toten zu beklagen gibt. Mit viel Hip-Hop-Power (Musik: Cliff Martinez), Coolness und Street Credibility drückt McConaughey der Figur Mick Haller seinen Stempel auf. Einer Figur, die um Aufträge kämpfen, Anerkennung sammeln, einen Freund betrauern und seiner alleinerziehenden Ex-Frau (Marisa Tomei) ein guter Freund sein muss. Das ist am Ende dann doch zu viel des Guten. Conaughey bekommt so viel Spielzeit, dass die übrigen Darsteller zu Randfiguren degradiert werden. Und das ist viel zu wenig, um eine komplexe Geschichte glaubhaft an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.



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