BLOG

Nov 2015
06
„Body“ von Małgorzata Szumowska

„Body“ von Małgorzata Szumowska ist ein schwer zu kategorisierendes Drama. Aber die polnische Produktion gehört in diesem Jahr zu den Filmen, die man gesehen haben muss. Es ist ein Dreieck gegensätzlicher Figuren, die vor allem eines gemeinsam haben: Abgründe. Ein verwitweter Untersuchungsrichter (Janusz Gajos aus „Drei Farben: Weiß“) hat tagtäglich mit grausigen Mordfällen zu tun und schaufelt zu Hause in seiner tristen Wohnung fettglänzenden Fraß in sich hinein.

Seine Tochter Olga (toll: Justyna Suwala) ist dagegen lebensbedrohlich magersüchtig: Sie macht den Vater für den Tod der Mutter verantwortlich. Ihre Psychiaterin Anna (Maja Ostaszewska aus Andrzej Wajdas „Katyn“) ist zutiefst einsam und verdingt sich in ihrer Freizeit als esoterisches Medium. Es sind drei Verlorene – die plötzlich und ganz unerwartet Veränderungsprozesse im Leben der jeweils anderen in Gang setzen.

Die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska („Im Namen des …“) reduziert dieses ungewöhnliche, auf sympathische Weise schwer zu kategorisierende Drama zum Glück nicht auf schonungslosen Elendsrealismus. Stattdessen flicht sie konsequent schwarzen Humor und absurden, mitunter sogar übersinnlichen und surrealen Witz ins Geschehen ein. Dafür erhielt sie auf der diesjährigen Berlinale zu Recht den Silbernen Bären für die beste Regie. Sehenswert.

 

 

 



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*