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Nov 2009
23
Birgit Schulz: Die Anwaelte – Eine Deutsche Geschichte (D 2009) (gesehen am 23.11.2009 in Muenster, Christian)

Komme gerade aus einem spannenden Dokumentarfilm, der genau zwischen die beiden Teile des ARD-Zweiteilers „Der Baader Meinhof Komplex“ passt. Und nach dem Besuch der Dokumentation von Birgit Schulz fiel auf, wie fehlbesetzt die Figur Horst Mahler im Film von Uli Edel und Bernd Eichinger ist. Denn Horst Mahler war alles andere als ein junger Karrierist, wie uns der Film von Edel weissmachen will, der mit Andreas Baader, Gudrun Enslin, Ulrike Meinhof und Co. ein bisschen Spass haben wollte. Der streitbare Anwalt war vielmehr ein energischer Kaempfer fuer seine Ueberzeugungen.

`Das ist eine Tragoedie` antwortet Ex-Bundesinnenminister Otto Schily auf die Frage der Filmemacherin Birgit Schulz nach seinem Freund Horst Mahler. Diese hatte zuvor nach Schilys Weggefaehrten gefragt, der als Anwalt der APO Anfang der 70er zwanzig Jahre spaeter zum Holocaust-Leugner und Mitglied der NPD wurde. In 90 kurzweiligen Minuten skizziert Regisseurin Birgit Schulz in ihrer spannenden Doku die Biographien dreier Anwaelte, die erstmalig im so genannten `Deutschen Herbst` aufeinander trafen. Anfangs Seite an Seite fuer die APO kaempfend, wurde Hans-Christian Stroebele spaeter das soziale Gewissen der Gruenen, Otto Schily wechselte von den Gruenen zur SPD, um Karriere machen zu koennen und Horst Mahler lebt heute von den Spenden seiner Freunde. Durch die Einzel-Interviews mit den drei geschichtstraechtigen Zeitzeugen ist der Regisseurin ein spannendes Portrait der jungen deutschen Geschichte gelungen, das man auch im Zusammenhang mit jeder RAF-Diskussionen nicht verpassen sollte.



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