BLOG

Jan 2007
17
Bill Condon: Dreamgirls (USA 2006) (gesehen am 16.01.2007, Sneak-Preview, Christian)

Dreamgirls oder „Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lied daher..“.
Ich mag Musicals. Nein, wirklich. Leute geben so viel Geld für Musicalkarten aus. Die große Nachfrage rechtfertigt wohl den hohen Eintrittspreis. Nicht verständlich aber nachvollziehbar. Dass diese Art der Unterhaltung auch als Film auf der großen Leinwand funktionieren kann, hatten Musicals wie „Moulin Rouge“ oder „Chicago“ bereits bewiesen. Nun also „Dreamgirls“ ein Musical, das den Aufstieg und Fall einer dreiköpfigen Damen-Soulband nacherzählt. In der Nacht vor dieser Preview mit vier Auszeichnungen von der Auslandspresse bedacht und ein Dauerbrenner in den US-Kinocharts, legt das Unterhaltungsprodukt gleich zu Beginn mächtig los. Sofort treten Beyoncé Knowles, Jamie Foxx, Eddie Murphy und Neuentdeckung Jennifer Hudson auf die Leinwand, eine großartige Besetzung. Doch ist es auch ein guter Film? Kurze Antwort: Nein! Warum nicht? Weil hier alles Show ist, Show, Show und nochmals Show, ohne Tiefgang, ohne emotionale Grundfläche, ohne Fundament. Ein Haus, nein, zugegeben, eine Villa, die – um beim bautechnischen Vergleich zu bleiben – keinen Keller, ja nicht einmal ein Fundament hat. Das Gebäude ist fantastisch: Groß, pompös, dynamisch, Hausherr Musik ein Ohrenschmaus (Rock-´n´-Roll/Funk/Soul/Jazz der 60er bis 80er Jahre), die Angestellten sehr bemüht (Eddie Murphy als sinkender Soul-Stern, Beyoncé Knowles als kommender Superstar).

Doch es fehlen wie gesagt das Fundament und vielleicht auch ein paar Risse an der schönen Außenhülle. Es ist aber deshalb noch lange keine schlechte Unterhaltung. Denn darauf verstehen sich Bill Condon und sein Choreographen-Team prächtig. Musik, die mitreißt, die musikalischen Darbietungen sind erste Sahne und Eddie Murphy hat man noch nie so, ich will es mal mit „real“ bezeichnen, gesehen. Warum er allerdings bei den Golden Globes 2007 bei dieser Konkurrenz die Auszeichnung entgegen nehmen durfte, das bleibt mir ein Rätsel. Das Filmmusical setzt musikalisch sicherlich neue Maßstäbe, filmtechnisch bietet es aber zu wenig.



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*