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Aug 2014
27
„Besser als nix“ von Ute Wieland

Regen im August. Was gibt es Besseres, als den Nachmittag im Kino zu verbringen? Zudem noch zu zweit? Wohl nur wenig. Da ich aber bekanntermaßen kein Fan von Kinder- und Jugendfilmen aus meinem Heimatland bin, war ich skeptisch, ob die Tragikomödie „Besser als nix“ eine gute Wahl war. Doch entgegen aller Misstöne zum Film (aus der deutschen „Kritikerlandschaft“), wurde ich – nein, wurden wir – positiv überrascht.

„Das Leben ist ein Arschloch“ steht auf dem Plakat zum Film geschrieben. Ein Eye-Catcher. Selbiges behauptet auch Tom, die Hauptfigur des Films, ein neunzehnjähriger Schüler, der in seinem brandenburgischen Heimatort auffällt wie kein zweiter. Tom (Francois Goeske) hat früh seine Mutter verloren, Vater Carsten trainiert die Fußballjugend. Der Nahezu-Alles-total-Verweigerer trägt schwarz und hört melancholische Musik. Nur die Berufsberaterin weiß genau, was aus ihm werden soll: Bestattungsfachkraft. Da muss nicht nur sein bester Freund Mike (Jannis „Saphirblau“ Niewöhner) lachen.

Tom ist sprachlos, aber der Job ist immer noch besser als … eben nix. Natürlich kommt alles ganz anders und manchmal … knüppeldick. Da Filmemacherin Ute Wieland, die ihren Film persönlich in Münster vorstellte, die US-Serie „Six Feet Under“ kennt, wusste sie, wie man geschickt und vor allem erfolgversprechend zwischen Tragik und Komik balanciert. Das gelingt der deutschen Drehbuchautorin/Kamerafrau/Regisseurin zwar nicht immer, auch das ein oder andere Klischee wird bemüht aber im Großen und Ganzen bietet ihre Leichen-gepflasterte Coming-of-Age-Tragikomödie vor allem eine sehr überzeugende und facettenreiche Darstellung jugendlicher Gefühle und Sehnsüchte. Und das ist doch schonmal was.

Nach „Das Leben ist nichts für Feiglinge“, auch mit Wotan Wilke Möhring, mit ähnlichem Sujet nun also eine weitere Überraschung aus dem Bereich Tragik/Komik. Und nicht nur wegen der herrlich besetzten und überzeichneten Figuren, vor allem Nicolette Krebitz als ukrainische Sekretärin, hat mir/uns „Besser als nix“ gut gefallen.

 




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