BLOG

Feb 2012
14
Berlinale 2012 – Panorama – „Rentaneko“ von Naoko Ogigami

Szene aus dem Film RentanekoViele Leute sind zu einsam, um klar zu denken.“ Gehört Naoko Ogigami zu diesen Vielen? Das Kino-Kuriosum im Berlinale Panorama der japanischen Regisseurin lässt diese Frage offen, wie die nach tieferem filmischen Sinn. Sicher ist, dass Sayoko eine der Vielen ist. Von der skurrilen Heldin der absurden Komödie stammt die zitierte Erkenntnis. Weil die nicht Selbsterkenntnis ist, dreht sich das Leben der jungen Unternehmerin genauso im Kreis wie der Plot.

Dessen Inhalt liefert Stoff für rund 25 Minuten, doch weil Ogigami ihn so toll findet, dass sie ihn gleich viermal erzählt, dauert ihr belehrende Fabel fast zwei Stunden. Der Filmtitel ist zugleich der von Sayokos Unternehmen. „Neko“ heißt auf japanisch Katze und „Rent-a-neko!“ wirbt Sayoko via Megaphon, wenn sie einen mit mietbaren Miezen gefüllten Karren in vier Episoden die gleiche Promenade hinunterzieht. „Seit ich klein war haben sich Katzen zu mir hingezogen gefühlt.“, erklärt die Protagonistin. Für Menschen scheint das Gegenteil zu gelten. Darum vertrödelt sie seit ihre Großmutter starb einsam und allein ihre Tage, während sie vier Kunden nach dem stets gleichen Modus hilft, ihr „Loch zu füllen“ – das Loch im Herzen. Als Metapher dafür dienen Löcher in Socken, Götterspeise oder Donuts, die mit Garn oder Sahne gefüllt werden. Also: Wenn andere das größere Stück vom Kuchen haben und das eigene aber nun ein Loch hat, stopf´ es zu. Womit? Mit Schlagsahne.

Berlinale Panorama
R.: Naoko Ogigami
Japan 2012
110 Min.

Di. 14.02. 19:00h, CinemaxX 7; Mi. 15.02. 22:45h, CineStar 3; Do. 16.02. 22:30h, Cubix 7; Do. 16.02. 22:30h, Cubix 8; So. 19.02. 20:15h, CineStar 3



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*