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Feb 2012
15
Berlinale 2012 – Forum – „Swoon“ von Tom Kalin

Szene aus dem Film SwoonYou could have a great career and You should, yes You should! Only one thing stops you dear: You´re too good, way too good…“ , singt Cole Porter zu Beginn und Ende der Mordaffäre, in der sich nicht nur die Hauptprotagonisten verbindlich geben, während unter der galanten Oberfläche der Elitarismus fault. Seines ist in Aufruhr, sagt Nathan in der Eröffnungsszene von Tom Kalins präzisem Doppelporträts zweier pathologischer Seelen.

Beide winden sich untrennbar ineinander in dem inszenatorisch und dramaturgisch fesselnden Psychothriller, in einer selbstzerstörerischen Beziehung zwischen Liebe und Masochismus und der Erinnerung der Nachwelt an einen der spektakulärsten Verbrechen des letzten Jahrhunderts. Am 21. Mai 1924 ermordete die 18- und 19-jährigen Täter einen Jungen, um ihr Selbstbild als Nietzsche´sche Übermenschen zu belegen. Seltener gezeigt als Hitchcocks Filmadaption „Rope“, ist die experimentelle Rekonstruktion in der Analyse der für die Tat ausschlaggebenden sozialen und moralischen Zwänge weit provokanter. Zeitdokumente, Archivbilder und schwarz-weiß Szenen fügen sich zu dem mörderischen Kinospiel, mit dem Kalin im Berlinale Forum debütierte. Zwei Jahrzehnte später ist der Klassiker des New Queer Cinema dort im Forum Spezial wieder zu sehen. Ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Mit den Worten Cole Porters: „Somebody´s sure to tell but what the heck do we care?

Berlinale Forum Spezial
R.: Tom Kalin
USA 1992
88 Min.

Mi. 15.02. 16:45h, Kino Arsenal 1; Do. 16.02. 22:30h, CineStar 8



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