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Aug 2014
05
Arthaus-Reihe „20 Filmklassiker“: „The Doors“ von Oliver Stone

Wer die Chance hat, den Oliver Stone Kassiker „The Doors“ als 35mm-Kopie auf der großen Leinwand zu sehen, sollte dies tun. Ohne Ausrede. Denn das Lebensgefühl einer Generation und dazu die Entstehungsgeschichten zahlreicher The Doors-Hits wie „Light my fire“ oder „When the music´s over“ mit den Augen von Oliver Stone, ergo epische Songs, die eine ganze Generation prägten, sollte zum Basis-Kulturwissen jedes Film- und Musikliebhabers gehören. Ich habe die Chance im Rahmen der Arthaus-Verleih-Filmreihe „20 Meisterwerke zurück im Kino“ ergriffen. Und auch die gefühlt zehnte Sichtung des Films nicht bereut.

Vorweg aber eine Klarstellung: Aus meiner Sicht ist Oliver Stones „The Doors“ alles andere als ein Meisterwerk der Filmgeschichte. Nicht nur als „Doors“-Fan sollte dem Betrachter der in 140 Filmminuten gegossene Personenkult um Frontmann Jim Morrison durch den New Yorker Star-Regisseur Oliver Stone übel aufstoßen. Auch wenn sich Hauptdarsteller Val Kilmer große Mühe gab, den Sex-Appeal von Jim Morrison mit grosser Hingabe auch auf der Leinwand zu verbreiten. Und zwar mit Erfolg.

Aber bitte, wer redet denn wie im Film in Gesprächen mit Freunden und/oder Geliebten als wäre er ein 24-Stunden-Lyriker auf LSD? Und warum basiert der Erfolg der Kultband ausschließlich auf dem Aussehen seines Sängers? Alles quatsch. Nein, der Klassiker ist deshalb so sehenswert, weil er wie kein zweiter das Lebensgefühl der „Love Generation“ in den USA Mitte der 60er Jahre beschreibt. Und weil er jeder Künstlerin und jedem Künstler genug Zündstoff liefert, Grenzen zu durchbrechen, neue Wege zu gehen und festzuhalten an einem Weg, der steinig werden kann. Oliver Stones „The Doors“ ist ein filmisches Pamphlet für die künstlerische Freiheit. Inspirationsquelle für junge Künstler und nicht zuletzt die am wenigsten wirksame Anti-Drogen-Kampagne der Filmgeschichte.

 

 



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