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Jun 2006
11
Arnaud und Jean-Marie Larrieu: Peindre ou faire l‘amour (Malen oder Lieben) (F 2006) (gesehen am 11.06.2006, Preview in Münster, Christian)

In den letzten Jahren schenkte uns das französische Kino im Sommer immer mal wieder eine herrlich leichte Sommerkomödie. Im letzten Jahr waren es die Meeresfrüchte, die eine sommerliche Unbeschwertheit auf die Leinwand zauberte, in diesem Jahr ist es „Malen oder Lieben“ der Gebrüder Larrieu.

Daniel Auteuil und Sabine Azema, zwei populäre Größen des französichen Kinos, treten hier zum ersten Mal gemeinsam auf der Leinwand auf und geben ein wohlsituiertes Ehepaar aus der Stadt. William und Madeleine sind in ihren Fünfzigern und seit über dreißig Jahren glücklich verheiratet. William ist frühpensionierter Metereologe, der dem neuen Lebensabschnitt und seinen Möglichkeiten noch nicht ganz traut. Madeleine besitzt eine kleine Firma und malt sehr gerne. Auf einem ihrer Ausflüge in die Natur lernt die Hobbymalerin den blinden Bürgermeister Adam kennen, der sie zu einem leer stehenden Bauernhaus führt. Madleine ist sofort fasziniert von Mann und Haus und überredet ihren Mann, das Haus zu kaufen. Die Aura des Anwesens hat aber zunächst auf die eingeschlafene Libido der Eheleute eine belebende Wirkung. Der Kontakt zum Bürgermeister wird intensiviert. Und mehr noch, Adam und seine aufreizend schöne junge Frau Eva verwickeln die beiden Neuankömmlinge schon bald in eine Menage a Quatre.
Für die passende Atmosphäre in diesem amourösen Reigen in Schöner-Wohnen-Umgebung sorgt die Kamera von Christopher Beaucarne, der virtuos die Möglichkeiten des Lichtes durchdekliniert und nie zu nah an den Protagonisten haften bleibt. So können die Regisseure äußerst entspannt mit dem Begriff Partnertausch umgehen und einfühlsam, humorvoll und mit Hilfe der Musik von Philippe Katerine, Jacques Brel und Camille Saint-Saëns die absolut glückliche und zärtliche Liebe zweier Paare beschreiben. Zu einem reinen Genuss wird dieses Abenteuer vor allem durch das feinsinnige Zusammenspiel der beiden darstellerischen Schwergewichte Sabine Azéma und Daniel Auteuil, die sehr überzeugend ein glückliches Ehepaar geben, dessen Partnerschaft gekonnt einen schwierigen Wendepunkt meistert.



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