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Okt 2016
15
American Honey

Andrea Arnold, Englands beste Regisseurin („Fish Tank“) derzeit, hat sich ins amerikanische Hinterland begeben: „American Honey“ ist ein fast dreistündiges, faszinierendes Zeitporträt geworden, das mit präzisem Blick die auseinanderdriftende amerikanische Gesellschaft ins Visier nimmt, ohne dabei erdenschwer zu werden. Der Film folgt einer Gruppe junger, unterprivilegierter Leute, die im Lieferwagen durchs provinzielle Kansas tingeln und Zeitschriften-Abos verkaufen. Als Protagonistin stößt die just 18 gewordene Star (tolles Debüt: Sasha Lane) zur Gruppe, sie verliebt sich in den haltlosen Jake (Ex-„Transformers“-Star Shia LaBeouf) und gerät mit der Chefin aneinander.

Arnold inszeniert das mit flirrender Handkamera, im 4:3-Format als Dekonstruktion handelsüblicher Roadmovies. Man fühlt sich an die White-Trash-Teenagerporträts von Larry Clark erinnert, auch hier ist der Soundtrack (von Rihanna bis Springsteen) fast wichtiger als die Dialoge. Poetischer, drängender, heutiger kann Kino kaum sein. Sehenswert.

 

 



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