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Mai 2007
14
Aberrahamane Sissako: Bamako (Mali / F, 2006) (gesehen am 07.05.2007, Münster, Christian)

Eine Reise nach Afrika. Heute Abend nur bedingt freiwillig. Deshalb ist die Vorbereitung etwas mager ausgefallen. Doch bei wenig Vorbereitung ist die Überraschung meist umso größer. Das hat die Vergangenheit stets gezeigt. Nur ein weiterer Filmfreund hat sich mit mir heute Abend in das Kino geschlichen. Ein schlechtes Vorzeichen? Ich hoffe nicht!

Der Film basiert auf einer interessanten Idee: Im fünften Spielfilm von Regisseur Aberrahamane Sissako stehen die Weltbank und der Internationale Währungsfond vor Gericht. Und das nicht etwa mit offiziellen Vertretern der Einrichtungen, sondern mit Darstellern aus dem afrikanischen Dorf des Regisseurs. Der Ort der Verhandlung ist ein Innenhof irgendwo in der malischen Hauptstadt Bamako. Zeugen sind die Bürger von Mali. Die Gerichtsverhandlung wird immer wieder von Ereignissen des Dorflebens unterbrochen, wenn etwa die Hausbewohner von einer Hochzeitsgesellschaft eingeladen werden. Das gibt der ganzen Thematik eine zu Herzen gehende Dramatik, weil die Ungerechtigkeiten der Verteilung in dieser Keimzelle besonders zum Vorschein kommen. Der Mangel an sachlicher Distanz jedoch lässt den Film im Laufe der Zeit langatmig werden. Der Verteidiger wird von vornherein erst gar nicht ernst genommen und die Frage nach realpolitischen Alternativen wird ignoriert. Schade! Diese Reise bot nur wenig neue Eindrücke.



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