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Abgedreht


Hymne an die Handarbeit

Patrick Wildermann  

Jeder kann Filme machen, das wusste schon Ed Wood. Und Regisseur Michel Gondry möchte ihm nicht widersprechen. In "Be Kind, Rewin" (Originaltitel) feiert der Franzose nichts anderes als den Mut zum Dilettantismus.

Es ist eine sympathisch verspielte, auch wehmütig nostalgische Komödie, die in einer abrissgeweihten Videothek spielt – das VHS-Format ist ja, wie das Vinyl, schwer vom Schellack-Schicksal bedroht. Hier arbeitet der brave Mike (Mos Def), der als Vertretung seines verreisten Chefs vor allem dafür sorgen soll, dass sein chaotischer Kumpel Jerry – gespielt von Jack "School of Rock" Black – keinen Fuß über die Schwelle setzt.

Doch Paranoiker Jerry, der in ständiger Furcht vor dem nahen Elektrizitätswerk lebt, kommt, nach einem missglückten Sabotageakt zum Magnet-Monster aufgeladen, trotzdem in den Verleih und löscht unwissentlich sämtliche Bänder. Guter Rat aber ist in diesem Fall billig: Mike und Jerry beginnen, die Filme aus dem Bestand mit sich selbst in sämtlichen Rollen als Trash-Versionen nachzudrehen: "Ghostbusters", "Rush Hour 2", "Robocop".

Von diesen irrwitzigen, unerwartet erfolgreichen Homevideos hätte man gern noch mehr gesehen. Gondry jedenfalls trumpft mit dieser Hymne an die Handarbeit nicht cineastisch auf, sondern lässt fröhlich Blockbuster nachdrehen. Nicht nur Orson-Welles-Kenner lieben schließlich das Kino.

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