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Death Proof - Todsicher


Querschläger Quentin

Patrick Wildermann  

Klar, Quentin Tarantino kennt die Filmgeschichte wie kaum ein zweiter. Er hat jeden Klassiker und jeden Schund gesehen. Er teilt als Hardcore-Cinephiler die Genres in eine Trilliarde Subgenres auf und unterscheidet etwa zwischen Zombiefilmen, in denen die Menschen durch Bisse zu Untoten werden und solchen, in denen sie durch Viren mutieren.

Man weiß das alles und würde nie der Behauptung widersprechen, dass Tarantino ein Meister des Filmzitats ist, dass – in den besseren Fällen wie "Reservoir Dogs" – aus seinen dreifach gespiegelten, popmythomanischen Hommagen plötzlich wilde, urwüchsige Kino-Bastarde entstehen, die klug erzählt, brillant inszeniert und, ja, ziemlich cool sind. Streiten mag man sich darüber, ob "Pulp Fiction" ein avantgardistischer, die Geschichte des Independent-Kinos umwälzender Meilenstein war, oder bloß ein blendender Fast-Food-Film.

Es bleibt aber – und damit nähert man sich dem Tarantino-Dilemma – ein Problem: Wird man gefragt, was eigentlich so komisch daran sein soll, wenn jemandem versehentlich ins Gesicht geschossen wird, gerät man, wenn man ehrlich ist, in Erklärungsnöte. Zitat hin, Gangster-Attitüde her.

In Amerika lief nun lief der jüngste Film von Quentin Tarantino unter dem Titel "Grindhouse" als Double-Feature, zusammen mit Robert Rodriguez` filmischer Schlachteplatte "Planet Terror". Und er ist spektakulär gefloppt.

Bei allem Spaß, aller Energie, die ihm innewohnt – man kann das verstehen und möchte nicht verteidigen müssen, warum Tarantinos Verbeugung vor jener Sorte Exploitation-Movies der 70er (billige Highway-Action, groteske Softsex-Schinken und absurd-blutige Horror-Extravaganzen), die er seit seiner Jugend anbetet, ein guter Film sein soll.

Zugegeben, schon die Optik amüsiert, weil der Regisseur "Death Proof" so aussehen lässt, als stamme die Kopie tatsächlich von damals und sei durch den Schredder gezogen worden. Aber der Inhalt?

Es hebt eine doppelte Verfolgungsjagd an, deren erster Teil Frauen in Hot-Pants und Flip-Flops zum Opfer des psychopathischen Killers "Stuntman Mike" (Kurt Russel) werden lässt, der es dann im zweiten Teil von anderen sexy Chicks zurückgezahlt bekommt. Rasant inszeniert, keine Frage. Aber man muss die B-Movies schon sehr lieben, um sich hier von Tarantino in Euphorie versetzen zu lassen.

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