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Neues vom Wixxer


Hier spricht Edgar Wallace sein Nachbar

Patrick Wildermann  

Im Grunde lachen ja alle Generationen über die Moden und Vorlieben ihrer Eltern, und meistens hat das eine gewisse Berechtigung. Aus heutiger Sicht wirkt der düster hallende Ruf "Hier spricht Edgar Wallace" nicht sonderlich unheimlich. Wie überhaupt die 60er-Jahre-Mörder-Mysterien unter diesem Label eine unfreiwillige Komik gewonnen haben – Räuberpistolen in Schwarzweiß.

Indes haben die Wallace-Krimis, darunter solche titelglänzenden Werke wie "Die toten Augen von London", "Der Frosch mit der Maske" oder auch "Der Hexer", sich selbst nie bis ins Letzte ernst genommen, weswegen dem Komiker-Trio aus Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka und Oliver Welke auch nicht daran liegt, sie der Lächerlichkeit preiszugeben – ihr "Wixxer", der nun wegen des Erfolgs fortgesetzt wird, ist eher eine liebevolle parodistische Hommage. Nicht immer auf dem Niveau oberhalb der Kalauerschmerzgrenze, aber stets charmant.

Was hier im zweiten Teil nach dem Intro "Hier spricht Edgar Wallace sein Nachbar" und stilecht mit einem Song der Band "The Dead 60s" beginnt, läuft immer dann zur Hochform auf, wenn Brüche im eigenen komödiantischen Programm zugelassen werden. Manchmal ist das wörtlich zu nehmen: Da wird etwa die kaum handlungstragende Jagd nach dem Wixxer, einem geheimnisvollen verbrecherischen Maskenmann, für die Werbung unterbrochen. Im perfekt kopierten marktschreierischen Stil des prekären Privatfernsehens preist uns der Film Handy-Klingeltöne an ("Hol dir jetzt: Der pissende Fisch!") und wirbt für Singlekuppelei ("Schick eine SMS mit dem Stichwort Versager!"). Grandios!

Ansonsten zerfällt vieles in dieser Geschichte über ein deppertes Scotland-Yard-Duo (Kalkofe und Pastewka) in komödiantische Miniaturen. Manchmal lustig – wie etwa Christoph Maria Herbsts Auftritt als Irrenanstalts-Leiter mit Hitlerbärtchen und Bruno-Ganz-Jargon, in dessen Bücherregal der Ratgeber "Sorge dich nicht, führe!" steht. Manchmal doof – wie Christiane Pauls Victoria-Beckham-Parodie. Aber allein darüber, dass es tatsächlich nochmal Blacky Fuchsberger in einem Wallace-Film zu sehen gibt, freut man sich.

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