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Superman Returns


Plastisch, praktisch, gut

Christian Gertz  

Fünf Jahre war Superman alias Clark Kent spurlos verschwunden. Nicht von der Leinwand, sondern im Film „Superman Returns“ von Bryan Singer. Bevor aber der Zuschauer in die Geschichte einsteigt, wird ihm eine kleine Kostprobe des zur Zeit technisch Machbaren in punkto Filmeffekte geboten. Regisseur Bryan Singer („X-Men“), der eine langjährige Suche von Warner Bros. nach einem geeigneten Regisseur für „Superman Returns“ beendet, stellt gleich zu Beginn seine Marschrichtung vor: Der Look des ganzen Films ist sehr eng an die ersten beiden der insgesamt vier Teile der Superman-Saga aus den späten 70ern und 80ern angelehnt, was die Eingangssequenz bereits deutlich macht.

Wie schon in den Jahren 1978 („Superman“) und 1980 („Superman II“) fliegen auch in „Superman Returns“ zunächst dem Zuschauer diverse Planeten, Fixsterne und Meteoriten um die Ohren – untermalt vom Original-Superman-Score von John Williams. Eine Reminiszenz an Richard Donner, dem Regisseur des ersten Leinwandauftritts von "Superman" im Jahre 1978. Und um die Nähe zu den ersten beiden Superman-Abenteuern weiter zu festigen, hat die Hauptfigur des Jahrgangs 2006 eine auffallend große Ähnlichkeit zum damaligen Superman-Darsteller Christopher Reeve, dem der Film gewidmet ist. "Superman Returns" soll aber kein Remake, sondern eine Fortführung der Geschichte aus den 80ern sein. Und die geht gleich zu Beginn so weiter, wie sie im Jahre 1978 und als Comic gestartet war: Eine Raumkapsel, als großer Meteorit getarnt, landet auf der Erde und mit ihm ein Bewohner des Planeten Krypton. „Superman“, der fremde Mann aus Stahl, ist hier jedoch kein kleiner Junge, er ist inzwischen ein junger Mann, der nur fünf Jahre von der Erdoberfläche verschwunden war und nun auf den Planeten Erde zurückgekehrt ist.

„Superman“ oder vielmehr sein menschliches Alter ego Clark Kent (Brendon Routh) muss feststellen, dass die Welt im Jahr 2006 auch ohne Superhelden auskommt. Lois Lane (Kate Bosworth), Clarks einstige große Liebe hatte einen Artikel zu diesem Thema verfasst und sich damit von ihrer großen Liebe Superman emotional zu entfernen versucht. Sie wohnt nun mit Sohn Jason und ihrem Verlobten Richard vor den Toren der Stadt. Als sowohl Clark, vielmehr aber Superheld Superman wieder auftaucht, gerät ihr Gefühlsleben ein wenig durcheinander.

Supermans (Super-)Kräfte werden aber auch an anderer Stelle benötigt: Sein einstiger Widersacher Lex Luther (großartig: Kevin Spacey) taucht wieder auf und plant, mithilfe eines besonderen Kristalls, einen neuen Kontinent zu erschaffen und damit bestehende Kontinente zu vernichten. Regisseur Bryan Singer setzt hier sehr auf die diversen Beziehungen seines Hauptdarstellers und gibt der Figur damit eine sehr emotionale Seite. Der junge Brandon Routh, vor allem aber die blasse Kate Bosworth als Lois Lane können diese Verantwortung jedoch nur mit großer Mühe schultern. Das macht den über 200 Millionen Dollar teuren Film in erster Linie zu einer One-Man-Show des herausragenden Nebendarstellers Kevin Spacey in der Figur des Lex Luther. Spacey, der mit Bryan Singer schon in "Die üblichen Verdächtigen" zusammengearbeitet hatte, lässt hier mit seinem Buddy Parker Posey (als verrückt verschrobene Kitty Kowalsky) sein komödiantisches Talent aufblitzen, degradiert die Filmfigur Lex Luther jedoch nie zu einer Witzfigur.

Gespickt mit beeindruckenden Effekten und verhüllt in einem sehr sehenswerten Look (man hat Superman nie so schön fliegen sehen), ist dieser emotionale Auftritt Supermans jedoch zu harmlos, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Mit seinem oft deutlich erkennbar technisch verbesserten Aussehen bleibt die Figur und der Film "Superman" leider so plastisch wie die Figur in der Comicvorlage.

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