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Ice Age 2 - Jetzt taut´s


Patrick Wildermann  

Das Wasser bis zum Hals

Alle reden vom Wetter, keiner tut was dagegen. Vielleicht steht uns die nächste Eiszeit ins Haus, wie Roland Emmerich es in seinem Klimakatastrophenfilm "The Day After Tomorrow" so klirrend ausmalte, vielleicht aber heizt die Erde auch auf Treibhaustemperatur, lässt die Pole schmelzen und uns alle Baden gehen, "Waterworld" ahoi.

So oder so kann es in unseren wirbelstürmischen Zeiten nicht schaden, mal einen lehrreichen Blick in die klimabewegte Vergangenheit zu riskieren – so ungefähr 20.000 Jahre zurück. Damals nämlich ging es auf dem Thermometer auch schon drunter und drüber, und das ganz ohne menschliches Zutun, wovon die Computer-Künstler der 20th Century Fox nun in der überaus amüsanten Fortsetzung ihrer vollanimierten Gletscher-Komödie "Ice Age" erzählen.

Ein fatales Tauwetter steht den frostgeschützten Bewohnern der Minus-Idylle ins Haus, die Eiszeit geht dem Ende entgegen. Gewarnt von Apokalypse-Aasgeiern müssen die pelzigen Freunde aus dem ersten Teil deswegen vor der drohenden Flut aus ihrem Schnee-Tal in Richtung einer heilsversprechenden Arche Noah fliehen. Mammut Manfred (deutsche Stimme: Arne Elsholtz), Faultier Sid (Otto Waalkes) und Säbelzahntiger Diego (Thomas Fritsch) machen sich da auf, ihre Art zu retten. Was besonders in Manfreds Fall ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein scheint, schließlich gilt er als letztes Exemplar seiner Gattung. Doch trifft das Chaos-Trio unterwegs, o Wunder, auf ein leibhaftiges Mammut-Weibchen. Schade nur, dass die Gute sich für ein Opossum hält, weil sie unter solchen Tieren aufgewachsen ist. Aber wie heißt es so schön: Nobody's perfect.

Die Reise der prähistorischen Drei ist dabei kurzweilig, im Detail fantasiereich und dialogwitzig in Szene gesetzt. Der "Ice Age 2"-Regisseur Carlos Saldanha hat aus den Unvollkommenheiten des Vorgängerfilms gelernt und außerdem den Pixel-Fortschritt auf seiner Seite. Auf menschliche Charaktere wurde diesmal glücklicherweise verzichtet, dafür bekommen die sympathischen Buddys Manni, Sid und Diego mehr Raum, was der an religiösen Verhohnepipelungen reichen Exodus-Fabel sehr gut tut. Und auch der heimliche Star des ersten Teils hat nun eine tragende Rolle: das biegsame Eichhörnchen Scrat jagt wieder in unermüdlicher Sisyphos-Manier einer Eichel nach, was beinahe bis ins Jenseits führt, aber doch, wie auch der Klimaschock, sein Happyend findet.

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