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Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe


In der Bar mit Sohn Garfunkel

Gian-Philip Andreas  

Immerhin: Nach seinen letzten Komödien-Ausritten ins bloß noch Klamottige mit dem Militärjux „NVA“ und der Beziehungskiste „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ hat der Ex-Theaterintendant und mittlerweile Nur-Noch-Filmregisseur Leander Haußmann wieder ein bisschen die Kurve gekriegt in Richtung seiner ersten beiden, sehr gelungenen Kinofilme „Sonnenallee“ und „Herr Lehmann“.

Wie gesagt: ein bisschen. Ein großer Wurf ist dieses gag-orientierte Update der „Reifeprüfung“ nämlich trotzdem nicht geworden, eher ein flotter Reigen aus Anekdoten und Sketchen, lose gruppiert um die zentrale Geschichte einer belächelten Liebe zwischen Jung und Älter.

Tom Schilling, der hier die Titelrolle des 25-jährigen Robert spielt und nach „Warum Männer...“ schon zum zweiten Mal mit Haußmann arbeitet, ist zu bedauern: Er muss einen penetrant hippen Videospiel-Designer spielen und in hippen Büros mit hippen Chefs hippe Dinge sagen. Das nervt sehr.

Dann verliebt er sich in eine 45-jährige Schnellreinigungsangestellte im geblümten Kittel, läuft nun auf Wolke sieben traumtänzelnd durch die Gegend und muss dabei zwei Sphären unter einen Hut bekommen: sein jugendliches Umfeld der Über-Hipness und die Welt seiner neuer Geliebten Monika, die ja eben auch die Welt seiner Eltern ist, die ihn einst nach Bob Dylans bürgerlichem Namen tauften.

Die Erläuterungen in Wort, Ton und Bild, die Haussmann ständig bringt, um jungen Zuschauern seine eigenen filmischen Querverweise zu erläutern, wirken unsouverän und sind nur manchmal irre genug, um wieder charmant zu sein: Da sitzt etwa plötzlich Art Garfunkels Sohn in einer Bar und singt Robert ein Ständchen.

Die Liebesgeschichte wirkt indes bis zum Schluss wie ausgedacht und kann weder an „Harold und Maude“ noch an die „Reifeprüfung“ heranreichen: Allerdings erfreut das Wiedersehen mit dem Ex-Erotiksternchen Maruschka Detmers („Teufel im Leib“), die sich hier schön abgeklärt als gereifte Schauspielerin präsentiert.

Zwischen Klamauk und sehr präzisem Witz schwankt dann das Restgelände der Komödie: Roberts amourös dysfunktionale Familie. Die streitet sich beim Sonntagsbraten, während im Nebenraum ihrer Villa ein Film über Adenauer gedreht wird. Hier, und leider nur hier, findet Leander Haussmann bisweilen zu jenem brillanten Timing und zu jener flirrenden Absurdität zurück, die seine ersten Spielfilme so unterhaltsam machten.

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