AKTUELL IM KINO

The Square

Plakat zum Film The Square mit einem Aktionskünstler, der auf einem Bankett-Tisch steht. Bild (c) Alamode Filmverleih. Ist das Kunst? Oder ein Versehen? Ist das noch Leben oder schon Performance? Gibt es da noch einen Unterschied? Und wenn sich Künstler danebenbenehmen dürfen, warum dann nicht wir alle? Dies sind komplizierte Fragen, die der schwedische Regisseur Ruben Östlund in seinem Film stellt. Und wie so oft sorgt er dafür, dass das Nachdenken darüber wehtut. Östlund ist berüchtigt dafür, das Selbstbild seiner (männlichen) Figuren gnadenlos zu dekonstruieren, zuletzt tat er das mit einem Familienvater in seinem Meisterwerk "Höhere Gewalt". Diesmal ist der smarte Stockholmer Kunst-Kurator Christian (hervorragend: Claes Bang) ... Weiterlesen

KRITIK

Thor: Tag der Entscheidung

Filmplakat zum Film Thor 3 Tag der Entscheidung mit allen Beteiligten. Bild (c) Walt Disney Movie Company. Liegt es an der leuchtenden Bifröstbrücke, die wie eine Dorf-Disco-Tanzfläche in Regenbogenfarben glitzert? Daran, dass der Asgard aussieht, als hätte Taika Waititi in übrig gebliebenen Sets der TV-Serien von "Xena" und "Hercules" gedreht? Am Styling von Cate Blanchett, die als schurkische Hela wie eine Halloween-Version von Cher auftritt? Oder sind es die Badelatschen von Jeff Goldblum, der als exaltierter Grandmaster das Volk seines Ramschplaneten mit Gladiatorenspielen bei Laune hält? Noch bevor der hammerschwingende Held (Chris Hemsworth) mit seinem ambivalenten Adoptiv-Bruder Loki (Tom Hiddleston) auf ein Bier bei Dr. Strange ... Weiterlesen

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Borg McEnroe

Filmplakat zum Film Borg McEnroe mit den beiden Tennisspielern John McEnroe und Björn Borg nebeneinander stehend. Bild (c) 2017 Universum Filmverleih. Heutzutage bedarf es nur einiger schneller Mausklicks und Eingaben in Internetsuchmaschinen, um herauszufinden, wer im Jahr 1980 in Wimbledon bei den Tennismeisterschaften als Sieger hervorging. Und trotzdem macht der dänische Regisseur Janus Metz, der mit "Borg McEnroe – Duell zweier Gladiatoren" sein Langspielfilmdebüt vorlegt, daraus einen überaus spannenden, knapp zweistündigen Film. Kein Wunder, denn mit den beiden eigenwilligen Tennisprofis, um die die Geschichte kreist, stehen ihm zwei ungemein faszinierende Protagonisten zur Verfügung. Der Fokus wird auf den schwedischen ... Weiterlesen

KRITIK

Unsichtbaren, Die – Wir wollen leben

Plakat zum Film Die Unsichtbaren mit den Darstellern in einer Menschenmenge. Bild (c) 2017 Tobis Filmverleih. Claus Räfle ist ein versierter Dokumentarfilmer, dessen Namen aufmerksame Fernsehzuschauer bereits kennen könnten. In den letzten 25 Jahren hat er mehr als 40 lange Fernsehdokumentationen inszeniert, in denen bewies er stets ein Gespür für ungewöhnliche Themen und wurde auch mit einigen Preisen (u.a. Adolf-Grimme-Preis) belohnt. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen Filme wie "Die Heftmacher" und "Salon Kitty", aber auch "Eros unterm Hakenkreuz" oder Beiträge zu der Reihe "Deutsche Dynastien". Mit „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ hat der Grimme-Preisträger nun seinen ersten Kinofilm inszeniert, sich dabei aber ... Weiterlesen

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American Assassin

Plakat zum Film American Assassin, mit allen Beteiligten in einer schießwütigen Pose. Bild (c) 2017 Studiocanal Filmverleih. Die Topspione Bourne, Bond, Ethan Hunt und Jack Ryan machen gerade Pause, da schickt das umtriebige Mini-Major-Studio Lionsgate ("Twilight", " Tribute von Panem ") einen neuen harten Mann auf die weltweiten Leinwände: Mitch Rapp, ein Name wie ein Faustschlag, ist versierten Agentenkrimilesern längst ein Begriff, denn die vom (inzwischen verstorbenen) Autor Vince Flynn begonnene Romanserie um den undercover operierenden Anti-Terror-Spion umfasst bereits 16 Einträge. Eine neue, regelmäßig fortsetzbare Erfolgsfilmreihe dürfte denn wohl auch das sein, was sich die Produzenten mit diesem Projekt ... Weiterlesen

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Happy End

Plakat zum Film Happy End mit einem Strandfoto und einem Steg, der ins Wasser führt Bild (c) 2017 X-Verleih AG. Fünf Jahre nach seinen internationalen Hits "Das weiße Band" (oscarnominiert) und "Liebe" (oscarprämiert) macht der österreichische Regisseur Michael Haneke dort weiter, wo er 2005 mit " Caché " aufgehört hatte: mit schonungsloser, sarkastischer Demontage der bourgeoisen Mittelschicht. Diesmal steht eine ganz normal zerstrittene Großfamilie im Mittelpunkt, ein Bauunternehmer-Clan aus Calais. Das titelgebende gute Ende wird es nicht geben, das ist klar, aber dem bei Haneke immer drohenden Zeigefingermoralismus beugt diesmal ein fast satirischer Witz vor. Ein Anflug von Altersgelassenheit? Da gibt es den Patriarchen Georges ... Weiterlesen

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What happend to Monday?

Filmplakat zum Film What Happened To Monday? mit der Hauptdarstellerin Noomie Rapace in Vollkörperdarstellung und Pistole in der Hand. Bild (c) Splendid Filmverleih. Dystopien üben einen schwer nachvollziehbaren Reiz auf ihre Zuschauer aus. Und sind beliebt wie eh und je. Erst vor einer Woche konnten sich Zuschauer im tristen Weltbild von " Blade Runner 2049 " verlieren. Und auch wenn sich der große kommerziellen Erfolg noch in Grenzen hält, nahm der Film einen nicht unerheblichen Teil des kulturellen Diskurses ein. Die kargen, pessimistischen Zukunftsvisionen, in der Großkonzerne die Welt beherrschen und Mensch kaum noch von Maschine zu unterscheiden ist, wird er Künstler in Film und Literatur noch lange begleiten. Andere, ... Weiterlesen

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Tom of Finland

Plakat zum Film Tom of Finland mit einem gezeichneten muskulösen Polizisten als CoverbildIm so genannten "Digitalen Zeitalter" des 21. Jahrhunderts haben selbst findige Minderjährige keine Probleme mehr, im Internet auf Hardcore-Pornografie zu stoßen. Vor gerade mal gut 60 Jahren war die Lage eine völlig andere. Nach dem zweiten Weltkrieg war es noch strafbar, Pornografie zu verbreiten, erst recht, wenn es sich bei den Bildern um homoerotische Akte handelte. Touko Laaksonen (schnittig: Pekka Strang) ist in dieser Zeit aufgewachsen. Als junger Mann diente der Finne im Zweiten Weltkrieg als Soldat in der Armee, und schon damals fand er Gefallen an der Liebe zum eigenen Geschlecht. Zwischenmenschliches lief in den 1940er Jahren noch ganz im ... Weiterlesen

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Nile Hilton Affäre, Die

Plakat zum Film Die Nile Hilton Affäre mit dem Hauptdarsteller Fares Fares mit Lederjacke und Zigarette im Mund.Kairo, 2011. Kurz vor Ausbruch des so genannten „Arabischen Frühlings“. Korruption und dekadenter Luxus, aber auch große Armut bestimmen den Alltag. Kurz vor dem Zusammenbruch des Mubarak-Regimes sind die Straßen der ägyptischen Hauptstadt von Demonstrationen, Unruhen und Ausschreitungen geprägt. Die Korruption, die nicht nur bei den Behörden herrscht, setzt sich weiter fort. Wie es scheint, versuchen die Polizei, Politiker und Diplomaten noch schnell die eigenen Schäfchen ins Trockene bringen zu wollen, bevor womöglich alles zusammenbricht. Detektiv Noredin (Fares Fares) hat es mehr oder weniger problemlos und ... Weiterlesen

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Blade Runner 2049

Filmplakat zum Film "Blade Runner 2049" mit den Hauptdarstellern als Teamfoto. Bild (c) Sony Pictures Releasing Germany. In Blade Runner 2049, der Fortsetzung des Science-Fiction-Meisterwerks von Ridley Scott aus dem Jahr 1982, begibt sich Replikantenjäger Ryan Gosling auf die Suche nach seinem seit 30 Jahren verschollenen Ex-Kollegen Harrison Ford. Der für die Fortsetzung auserkorene Regisseur: Denis Villeneuve. Der Franco-Candier schien wie prädestiniert für die Fortsetzung des Kult-Science-Fiction-Films. Auch wenn Villeneuves Regiearbeiten immer wieder mit zumindest geringfügigen inhaltlichen Schwächen zu kämpfen hatten (" Sicario "), so waren sie doch visuell meist eine Augenweide. Villeneuve versprach frisches Blut ... Weiterlesen

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Okt 2017
01
Die beste aller Welten

Adrian (Jeremy Miliker) ist sieben Jahre alt und fühlt sich am Stadtrand von Salzburg, irgendwann Ende der 1990er-Jahre, wie in der "beste aller Welten". Dass es noch viel besser ginge, weiß er noch nicht, denn ihm fehlt der Vergleich. Er nimmt es als normal hin, dass seine alleinerziehende, liebende Mutter Helga (grandios nuanciert: Verena Altenberger aus der RTL-Sitcom "Magda macht das schon") regelmäßig zwischen treusorgend-euphorisch und abgeschlafft-depressiv changiert. Helga und ihr neuer Freund Günter sind heroinabhängig, sie und ihre Junkiefreunde sind das tägliche Umfeld, in dem Adrian lebt - stets belagert vom Jugendamt. Dann stirbt jemand, die Wohnung brennt: Etwas muss sich ändern. Es ist seine eigene Geschichte, die der inzwischen 26-jährige Regiestudent Adrian Goiginger in seinem Debütfilm erzählt. Und die Mischung aus authentischer Mileubeschreibung (im ... Weiterlesen

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Es

Filmplakat zum Film "Es" von Andy Muschietti mit einem kleinen Jungen von hinten vor einer schwarzen Wand. Bild (c) 2017 Warner Bros. Pictures Germany. Im letzte Jahr häuften sich im öffentlichen Raum Sichtungen sogenannter Horror-Clowns: Es war die gezielte Umcodierung der tapsigen Zirkusfigur zur weißgepinselten Gruselgestalt. Als Inspiration des makabren Scherzes wurde immer wieder eine literarische Figur genannt, die sich der US-amerikanische Schriftsteller Stephen King im Jahr 1986 ausgedacht hatte: Pennywise, der tanzende Clown aus seinem ziegelsteindicken Bestseller "Es". Der schreckliche Spaßmacher, der im Roman die Kinder einer nordenglischen Kleinstadt terrorisiert und sich als gestaltwandelnde, personifizierte Angst ... Weiterlesen

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Victoria und Abdul

Filmplakat zum Film Victoria und Abdul mit Judi Dench als Victoria und Ali Fazal als Abdul spazieren im Garten Bild (c) Universal Pictures Germany. Gleich vorweg: Schade um das historisch hochinteressante und wahre Thema. Einzig Judi Dench, der die Rolle der verbitterten Queen Victoria auf den Leib geschrieben scheint sowie wunderbare Kostüme und Bühnenbilder sind es wert, sich diesen Film anzusehen. Aber das war es dann auch schon. Die Handlung selbst zieht sich mit äußerst spärlichen Höhepunkten über knapp zwei Stunden Laufzeit. Auch auf historisch belegbare Hintergrundinformationen, um ein schlüssiges Gesamtbild vom Charakter der langlebigen Dauerregentin zu erhalten, wurde komplett verzichtet. Das Historiendrama um Queen ... Weiterlesen

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göttliche Ordnung, Die

Filmplakat zum Film Die goettliche Ordnung mit allen beteiligten Darstellerinnen Bild (c) Alamode Filmverleih. Die göttliche Ordnung" von Regisseurin und Drehbuchautorin Petra Volpe ("Heidi", "Dreamland") ist ein Drama mit äußerst charmantem Humor, in der tiefsten Schweiz der frühen 70er Jahre verortet, das von der Einführung des Frauenwahlrechtes erzählt. An die Hand genommen wird der Zuschauer und vermutlich sehr viel mehr Zuschauerinnen von Nora (Marie Leuenberger), die als junge Hausfrau in einem kleinen Schweizer Dorf in geregelten Verhältnissen lebt: Ihr Ehemann Hans (Max Simonischek) hat eine gute Arbeit, sie kümmert sich um den Haushalt und ihre zwei Söhne und bedient den im Hause lebenden missmutigen Schwiegervater. ... Weiterlesen

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Sep 2017
23
Blind und hässlich

"Willst Du mit mir gehen?" fragt der junge, zauselige Mann die junge Frau auf der Wiese. Beide sind sich unbekannt. Letztere hatte den Mann, der gleichzeitig Hauptdarsteller und Regisseur des Films ist, gar nicht bemerkt. Ferdi, der eigentlich Tom Lass heißt, hatte sich von hinten an die sitzende Frau herangeschlichen. Als diese gerade eine Kuh melkt. Ferdi, gespielt von Lass, ist nicht dumm. Ferdi ist einsam. Und er glaubt, dass er hässlich ist. Um dies auch sein Publikum Glauben zu lassen, rennt die junge Frau an der Kuh plötzlich schreiend davon. Comedy? Sketchparade? Klamauk? Unter dem Label "LassBros" (zusammen mit seinem Bruder Jakob, "Love Steaks") versammelt Tom Lass einmal mehr eine Reihe deutscher Jungdarsteller (Naomi Achternbusch, Anna Brüggemann, Robert Gwisdeck) und erzählt die ungewöhnliche Liebesgeschichte von einem depressiven Streuner (Tom Lass selbst) und ... Weiterlesen