AKTUELL IM KINO

Bigfoot Junior

Adam ist ein Teenager wie jeder andere, linkisch und unsicher. Neuerdings wächst sein Haupthaar verdächtig rasant nach. Als er Aufzeichnungen findet, die von seinem Vater stammen, macht er sich auf, in den Wäldern nach eben jenem Erzeuger zu suchen. Denn getroffen hat er ihn noch nie. Angesichts des Filmtitels ist es keine Überraschung: Daddy ist niemand Geringeres als Bigfoot, die amerikanische Variante des Yeti, ein liebes, pelziges Ungetüm, das nie jemand gesehen hat, von dessen Existenz dennoch viele überzeugt sind. Ein Pharmaunternehmen namens Hair Company macht Jagd auf das Monster, um es für ein Haarwuchsmittel auszuforschen. Adam, der Vaters animalische Fertigkeiten geerbt hat, und ein paar drollige Waldtiere helfen ihm, den ... Weiterlesen

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The Promise – Die Erinnerung bleibt

Bild (c) 2017 Capelight Pictures. Türkei 1914: Bevor der armenische Apotheker Michael Boghosian sich auf dem Weg nach Konstantinopel macht, um dort Medizin zu studieren, gibt er das Versprechen ab, die junge Marla (Angela Sarafyan) zu heiraten. An seinem Studienort angekommen, ändert sich das Leben des eifrigen Medizinstudenten schlagartig, als er Ana Khesarian (Charlotte Le Bon) kennenlernt. Diese ist allerdings mit dem zynischen sowie trinkfreudigen Journalisten Chris Myers (Christian Bale) liiert. Dennoch keimt sofort eine starke jeweilige Zuneigung bei Michael und Ana auf. Die sich anbahnende Liebe wird jedoch jäh unterbrochen als der 1. Weltkrieg ausbricht und das Osmanische Reich Jagd auf armenische Bürger macht. Der ... Weiterlesen

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dunkle Turm, Der

Bild (c) 2017 Sony Pictures. Stephen-King-Verfilmungen gibt es viele, die meisten sind nicht gut. Auf jedes Meisterwerk wie "Shining" kommen fünf Gurken. Die Vorlage von "Der dunkle Turm" ist für den Meister des Makabren allerdings sehr ungewöhnlich – insofern durfte man auch eine ungewöhnliche Verfilmung erwarten. Die acht Teile der Roman-Saga entstanden über drei Jahrzehnte hinweg. Sie entwerfen eine Welt von Tolkienschen Dimensionen, ein Universum aus multiplen, durch Portale verbundenen Gegenwarten. Ein "Mann in Schwarz" will deren Mittelpunkt, den Dunklen Turm, vernichten, der letzte Revolvermann aus Mittwelt hetzt ihm hinterher. Diesen Wettlauf zwischen Gut und Böse fächert King auf als epischen Mix aus ... Weiterlesen

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Final Portrait

Bild (c) 2017 Prokino Filmverleih. Im Jahr 1964 ist der Maler Alberto Giacometti ein reicher Mann. Doch sein Pariser Atelier ist so staubig zugerümpelt, dass es jedem Hungerkünstlerklischee entspricht. Als das Bündner Künstlergenie, auch berühmt für seine spindeldürren Skulpturen, den gerade an der französischen Seine weilenden US-Autor James Lord fragt, ob er ihn porträtieren könne, sagt dieser geschmeichelt zu. Aus einem zunächst verabredeten Nachmittag werden 18 Tage, in denen Lord zusehen muss, wie der Meister Versuch um Versuch abbricht ­­– und sich lieber mit diversen Frauen trifft und durch die Gegend flaniert. Regisseur Stanley Tucci, eigentlich ja Schauspieler (u.a. " Hunger Games - Tribute von Panem ... Weiterlesen

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The Party

Bild (c) Weltkino Filmverleih 2017. Janet (Kristin Scott Thomas) ist zur Gesundheitsministerin gewählt worden ­– im Schattenkabinett der britischen Opposition. Zur Feier des Karrieresprungs lädt sie enge Freunde in ihr schmuckes Stadthaus ein – zu einer Dinnerparty, die nie wirklich beginnt, weil die Verwerfungen nur so purzeln. Die Stimmung kippt schnell, als Janets stiller Ehemann Bill (Timothy Spall) den mokant-selbstironischen Small Talk mit gleich zwei Geständnissen sprengt: Er habe erstens nur noch kurze Zeit zu leben und wolle zweitens diese Zeit mit einer anderen Frau verbringen. Janet selbst betrügt ihren Mann Bill seit langer Zeit, das lesbische Paar Martha (Cherry Jones) und Jinny (Emily Mortimer) demonstriert ... Weiterlesen

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Baby Driver (Stefan)

Bild (c) Sony Pictures Releasing GmbH. Mit seiner so genannten „Cornetto Trilogie“ („Hot Fuzz“, „Shaun of the Dead“, „The World´s End“) schuf er drei Huldigungen an das klassische Genre-Kino. Alle - man könnte die Filme auch Parodien nennen - besitzen einen ehrlichen, emotionalen Kern. Mit „Scott Pilgrim vs. the World“ produzierte er eine der besten Comicadaptionen der letzten Jahre. Sogar mit seiner nicht ganz so gelungenen " Ant-Man "-Version und seiner Flucht vor der Marvel-Maschinerie konnte er Sympathiepunkte gewinnen. Seine Fans träumen noch heute von einer "Wright-Fassung" des winzigen Superhelden, die über die Planungsphase als verantwortlicher Regisseur nie hinausgekommen war. Wegen der (so gern als Ausrede ... Weiterlesen

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Baby Driver

Bild (c) Sony Pictures Releasing GmbH. Die Story ist nicht neu: Fluchtwagenfahrer (Ansel Elgort aus " Das Schicksal ist ein mieser Verräter ") hilft einem Gangster (Kevin Spacey) und wechselnden Komplizen bei Raubüberfällen, verliebt sich in ein Serviermädchen (Lily " Cinderella " James), will "nur noch einen letzten Coup" landen und gerät ins größte Schlamassel. Man kennt das. In "Baby Driver" aber geht es um das Wie. Denn Regisseur Edgar Wright, bekannt für geniale Satiren wie "Hot Fuzz" oder "Shaun of the Dead", hat den ganzen Film erstens als liebevolle Retro-Hommage an ältere Fahrersitz-Thriller von "Bullitt" bis " Drive " angelegt und zweitens nahezu komplett auf Pop-Musik geschnitten. Weiterlesen

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unerwartete Glück der Familie Payan, Das

Bild (c) Wild Bunch Filmverleih. Ob neurotisch-hypochondrische Pariserin ("Lolo - Drei ist einer zu viel") alleinerziehende Putzfrau ("Mein Stück vom Kuchen") oder gehörlose Mutter bzw. Landwirtin ("Verstehen Sie die Béliers?"), Karin Viard ist seit vielen Jahren die weibliche Allzweckwaffe, wenn es in französischen Komödien um taffe Frauen geht, die als Mutter und/oder Ehefrau an ihren Aufgaben über sich hinauswwachsen (müssen). So auch im Spielfilmdebüt der jungen Nadège Loiseau. Als zweifache Mutter darf/muss sich Miss Viard in der Geschichte von Mazarine Pingeot jedoch nicht nur um ihren arbeitslosen Ehemann sondern auch noch um ihre gehbehinderte Mamilette kümmern. Nicht zu vergessen ihre vernachlässigte Enkeltochter. ... Weiterlesen

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Valerian – Die Stadt der tausend Planeten

Bild (c) 2017 Universum Filmverleih. Kenner frankophoner Comics lieben "Valé­rian et Laureline": 22 Bände der Science-Fiction-Reihe um zwei intergalaktische Agenten sind seit 1967 erschienen, gezeichnet von Jean-Claude Mézières, geschrieben vom Literaturprofessor Pierre Christin. Ein berühmter Fan soll George Lucas gewesen sein: Immer wieder wurde ihm unterstellt, sein " Star Wars " hätte sich kräftig bei "Valérian" bedient. Ein weiterer prominenter Fan ist Luc Besson. Ewig schon plante der Sci-Fi-begeisterte Regisseur ("Das fünfte Element") eine Verfilmung, doch erst das durch seinen Überraschungs-Hit "Lucy" hereingesprudelte Geld machte das effektaufwendige Projekt nun möglich. Mit seinen kolportierten 180 Millionen Dollar ... Weiterlesen

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Dark Blood

Plakat zum Film Dark Blood„ Es ist Todesmusik “, sagt Boy in einer Szenen von "Dark Blood“, der vielleicht düstersten und suggestivsten eines Films, dessen Regisseur George Sluizer, Filmcrew und Zuschauer alle in dem schamanischen Roadmovies dieser Todesmusik lauschen können. Niemand jedoch mehr als der junge Hauptcharakter, in dessen Adern das dunkle Blut fließt, es sei denn sein Darsteller. River Phoenix verstarb am 31. Oktober 1993, 19 Jahre vor Fertigstellung seines letzten Films und 20 vor dessen Aufführung auf der Berlinale. Einem Auftritt durchdrungen vom Wissen um jener anderen dunkle Seite, von der er erstanden ist. „Dark Blood“ ist fragmentarisch, zersplittert, lückenhaft. Er muss es sein, ... Weiterlesen

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Spider-Man: Homecoming

Bild (c) 2017 Sony Pictures Germany. Spider-Man, das ist auch das Ergebnis eines langen Hin-und-Her zwischen dem Sony-Studio, das alle paar Jahre einen neuen Spider-Man-Film produziert, und dem Marvel/Disney-Studio, das den Spinnenmann unbedingt wieder in sein umfangreiches, erzählerisches Universum integrieren will. Am Ende bekommt Sony die Einspielergebnisse und Disney erhält die Merchandise-Rechte. Welches der beiden Studios letztendlich den besseren Deal gemacht hat, lässt sich mit Sicherheit erst in naher oder ferner Zukunft sagen. Fakt ist, dass "Spider-Man: Homecoming" in den USA ein Kassenschlager ist. Was allerdings trotz dieser unromantischen Studiopolitik noch mehr überrascht, ist, dass unter der Regie ... Weiterlesen

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Jul 2017
01
Sommerfest

Als ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters erreicht, reist der glücklose Münchner Schauspieler Stefan (Lucas Gregorowicz, " Lommbock ") in seine Heimat zurück: nach Bochum. Er will nur schnell Vaters Reihenhäuschen entrümpeln und dann schnell wieder verschwinden. Doch natürlich kommt es anders. Schon am Büdchen um die Ecke steht der erste alte Kumpel herum, und als er auf seine alte Liebe Charly trifft (Anna Bederke), gerät Stefans Lebensplanung ins Wanken. Ein bisschen erinnert diese solide Frank-Goosen-Verfilmung an den ersten großen Hit von Regisseur Sönke Wortmann. 1992 machten sich seine "Kleinen Haie" in umgekehrter Richtung nach München auf, um Schauspieler zu werden. Die Qualität und den Charme von damals erreicht "Sommerfest" allerdings nicht. In den besten Momenten weht ein melancholischer Witz durch diesen Regio-Heimatfilm, wehmütig wird der Zustand des ... Weiterlesen

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Axolotl Overkill

Bild (c) 2017 Constantin Film. Jungregisseurin Helene Hegemann ("Torpedo!") war erst 18, als ihr Debütroman "Axolotl Roadkill" über eine durchs Berliner Nachtleben driftende 16-Jährige erschien. Die Feuilletons feierten sie als Wunderkind, bis sich herausstellte, dass Hegemann aus fremden Quellen abgeschrieben hatte, ohne diese zu nennen. Skandal, schimpften viele. Spiel mit Intertextualitäten, meinten andere. Sieben Jahre später, Hegemann ist mittlerweile 25, inszenierte sie die filmische Umsetzung des Romans selbst. Wie im Buch taumelt Teenager Mifti (schlagfertig: Jasna Fritzi Bauer) mal depressiv, mal patzig, irgendwie sehnsüchtig und immer derangiert durch die egomane Kunst- und Clubszene der Hauptstadt. Ihre Mutter ist ... Weiterlesen

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Jun 2017
24
Innen Leben

Draußen zischt und rumort es ohne Unterlass. Schüsse rattern, Fassbomben detonieren. Im Syrienkrieg fehlt die Übersicht, Damaskus ist eine zerstörte Stadt. Der belgische Regisseur Philippe VanLeeuw zieht sich folgerichtig in den Innenraum zurück: Mit "Insyriated" (Originaltitel) drehte er ein Kammerspiel aus dem privaten Unterbau dieses seit sechs Jahren wütenden Bürgerkriegs. Eine Familie hat sich mit Freunden in die eigene Wohnung zurückgezogen, sie sind die letzten in einem von Scharfschützen umzingelten Wohnblock, aus dem sie keinen Fuß mehr setzen. Zur tragischen Figur wird die Mutter (ganz stark: Hiam Abbass aus "Lemon Tree"), die eine folgenschwere Entscheidung trifft: Sie verheimlicht der jungen Halima, dass deren Mann vor der Tür niedergeschossen wurde. Möglicherweise lebt er noch, irgendwo da draußen, aber Nachsehen ist ausgeschlossen. Die Familie darf nicht ... Weiterlesen

KRITIK

Monsieur Pierre geht online

Bild (c) Neue Visionen 2017. Deutsche Verleiher leiden an einem Anreden-Tourette, wenn sie französische Filme annoncieren müssen: Wann immer es geht, pappen sie ein "Madame" oder "Monsieur" in den Verleihtitel – einfach nur, weil damit im Gefolge von "Monsieur Ibrahim" signalisiert wird, dass man es mit harmloser Unterhaltung, putzigen Figuren und einer verträglichen Dosis Rührung zu tun bekommen wird. "Monsieur Pierre geht online" heißt eigentlich "Un profil pour deux" (Ein Profil für zwei) und amüsiert als nettes Cyrano-de-Bergerac-Upgrade fürs Internet-Zeitalter. In einer der beiden Hauptrollen glänzt Komiker-Legende Pierre Richard, früher "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh", heute 82 Jahre alt. Mit ... Weiterlesen